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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Neuere Deutsche Literatur und Medien
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Institutsgeschichte

Das Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist 1913 unter dem Namen Königliches literaturwissenschaftliches Seminar aus dem Germanistischen Seminar heraus gegründet worden. Diese Ausgliederung verdankt sich namentlich Eugen Wolff (1863-1929), der aus dem Umfeld des Berliner Naturalismus kam und seit 1904 Extraordinarius für Literaturwissenschaft war. Vor zunächst 58 Hörern lehrte Eugen Wolff ab 1913/14 ›Literaturwissenschaft‹, ›Theaterwissenschaft‹, ›Poetik‹ und ›Handschriftenkunde‹.

Theaterwissenschaft war von Anfang an fester Bestandteil des Kieler Instituts, das 1924 ein selbständiges Theatermuseum erhielt; 1926 wurde die mit städtischen Mitteln finanzierte Hebbel-Sammlung angeschlossen (aus beiden Einrichtungen ist zwischenzeitlich die institutseigene Theatergeschichtliche Sammlung hervorgegangen). Auf Eugen Wolff folgte 1928 Wolfgang Liepe (1888-1962), der den theaterwissenschaftlichen Schwerpunkt beibehielt.

Als erste Frau in Deutschland erhielt 1927 Melitta Gerhard (1891-1981) die venia legendi für deutsche Literaturgeschichte. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Liepe 1933 amtsenthoben und emigrierte, ebenso wie Gerhard, in die USA. Ersetzt wurde er durch Gerhard Fricke (1901-1980), den 1941 Clemens Lugowski ablöste (1942 gefallen). Zwischen 1944 und 1954 bekleidete Werner Kohlschmidt (1904-1983) den Lehrstuhl, bis ihn der aus dem Exil zurückgekehrte Wolfgang Liepe wieder übernahm. Dessen Nachfolger war Erich Trunz (1905-2001), der durch seine Forschungen zur Literatur des 17. Jahrhunderts sowie durch seine kommentierte Auswahlausgabe der Werke Goethes (Hamburger Ausgabe) bekannt geworden ist.

Aufgrund der stark angestiegenen Studierendenzahl wurde 1962 ein zweiter Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur eingerichtet, auf den Karl Otto Conrady (geb. 1926), ein Experte für lateinische Dichtungstradition, Barockdichtung und Goethezeit, berufen wurde. Diese Themenbereiche blieben erhalten, als Conrady 1969 nach Köln wechselte, da sie den Forschungsinteressen seines Nachfolgers Eberhard Mannack (geb. 1928) entsprachen, der sich darüber hinaus mit der literarischen Entwicklung in BRD und DDR beschäftigte. Zwei weitere Schwerpunkte konnten etabliert werden, als 1971 Hans-Joachim Mähl (1923-2001) den Lehrstuhl von Erich Trunz übernahm: Romantik (insbesondere Novalis) und literarische Utopie.

Der 1933 emigrierten Melitta Gerhard wurde 1965 anlässlich der 300-Jahr Feier der Universität Kiel die „Würde einer Ehrenbürgerin der Universität“ verliehen. 1975 wurde eine zusätzliche Professur eingerichtet und mit Klaus-Detlef Müller (geb. 1938) besetzt, der sich insbesondere als Brecht-Forscher einen Namen gemacht hat. Für die weitere Entwicklung des Instituts war es von besonderer Bedeutung, dass Müller gemeinsam mit Anke-Marie Lohmeier (seit 1995 an der Universität Saarbrücken) mit dem Aufbau der Medienwissenschaft begann.

Um 1990 vollzog sich eine vollständige Umbesetzung: Klaus-Detlev Müller ging 1987 nach Tübingen, Hans-Joachim Mähl und Eberhard Mannack wurden emeritiert (1988 bzw. 1993). Auf den Lehrstuhl Hans-Joachim Mähls wurde zum Wintersemester 1988/89 die zuvor in München tätige Marianne Wünsch (geb. 1942) berufen; aus Göttingen kam Heinrich Detering (geb. 1959) als Nachfolger Eberhard Mannacks. Die Professur Klaus-Detlef Müllers übernahm 1995 − nach einer einjährigen Besetzung (1989/90) durch Peter Sprengel (geb. 1949) und längerer Vakanz − der zuvor in Regensburg lehrende Albert Meier (geb. 1952).

Der Bereich der Medienwissenschaft wurde − hauptsächlich auf Betreiben von Marianne Wünsch − zum Wintersemester 1997/98 durch die Einrichtung einer eigenen Professur gestärkt, die mit Hans Jürgen Wulff (geb. 1951) besetzt ist.

Nachfolger Heinrich Deterings, der zum Sommersemester 2005 nach Göttingen wechselte, wurde ab dem Sommersemester 2007 der aus Erlangen gekommene Steffen Martus (geb. 1968), auf den wiederum zum Wintersemester 2011/2012 Bernd Auerochs folgte. Den Lehrstuhl der zum 1. April 2007 pensionierten Marianne Wünsch hat zum 1. Oktober 2007 Hans-Edwin Friedrich (geb. 1959) aus München übernommen.


>>> Germanistik-Studium in Kiel 1945/46

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erstellt von Olaf Koch zuletzt verändert: 24.02.2012 14:11